Spielbanken-Präsidentin warnt: Überregulierung treibt Gäste in den illegalen Online-Markt

Übermaß an Bürokratie könnte das Aus für deutsche Spielbanken bedeuten –
warnendes Beispiel Schweden

Im Jahr 2025 kam in Schweden das Aus für das Glücksspiel in einer klassischen Spielbank. Das letzte Casino des Landes wurde geschlossen. Ein Grund: Gesetzliche Überregulierung zum Schutze der Gäste. Die Betriebe konnten nicht mehr wirtschaftlich geführt werden. Arbeitsplätze verschwinden. Und schlimmer noch: Wer spielen möchte, ist gezwungen, ins Internet zu gehen – zu den meist illegalen Anbietern – OHNE jeden Spielerschutz. Diese Vorstellung bereitet Kerstin Kosanke, Präsidentin des Deutschen Spielbankenverbandes (DSbV) Sorgen. „Wir sind als Verband absolut dafür, kriminellen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben. Doch mit den EU-Regelungen zur Bargeldobergrenze, die im Sommer 2027 eingeführt werden sollen, und den nationalen Auflagen zum Geldwäschegesetz führt es dazu, dass die Spielbanken in Deutschland immer mehr Auflagen erfüllen müssen, die personell und technisch kaum umsetzbar sind.“ Im schlimmsten Fall muss dann eine Spielbank ihren Betrieb einstellen, weil sie die Kosten für die Maßnahmen nicht mehr tragen kann. „Das wäre ein herber Schlag. Manche Gäste würden dann in den illegalen Glücksspielmarkt abwandern. Dort gibt es keinen Spielerschutz, den wir in unseren Spielbanken gewährleisten“, gibt Kosanke zu bedenken.

Sie wünscht sich für die Mitglieder beider Spielbankenverbände einen regelmäßigen Austausch mit den zuständigen Innenministerien der Bundesländer. Gerade erst fand ein Auftaktgespräch in Mainz zum Thema AUAs statt, an dem der DSbV teilnahm sowie der Bundesverband der deutschen Spielbanken (BupriS).

„Wer den Spielerschutz ernst meint, muss den legalen Markt stärken“, fordert Kosanke. „Das funktioniert aber nicht über eine noch härtere und strengere Regulierung unserer Häuser, solange der illegale Glücksspielmarkt im Internet weiter boomt und keinerlei Restriktionen unterliegt.“

Der DSbV will sich weiter einbringen zu den Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages und den AUAs (Auslegungs- und Anwendungshinweisen) der Länder, die gerade überarbeitet werden. Auch die Umsetzung der Bargeldobergrenze, die ab Juli 2027 als EU-Recht auch in Deutschland gelten wird, wird dabei konstruktiv diskutiert.