Glücksspielmarkt

Die Anbieter des legalen, staatlich-konzessionierten Glücksspiels in Spielbanken sehen sich zusehends einem Wettbewerb ausgesetzt, der von zwei Wirtschaftsakteuren getragen wird. Auf der einen Seite baut das gewerbliche Geldspiel seine Position aus; Spielautomaten bilden das größte Segment im regulierten Glücksspielmarkt. So stieg die Zahl der Geldspielgeräte zwischen 2005 und 2014 um 47,5 Prozent (87.000 Geräte) auf etwa 267.0001. Analog dazu stieg die Zahl der Spielhallen auf etwa 9.000, die zudem in den vergangenen Jahren Ambiente und Image verändern konnten. Etwa 195.000 Automaten sind in den Spielhallen, ca. 70.000 Geräte in Gaststätten, Imbissen und anderen gastronomischen (Freizeit-) Einrichtungen platziert, die schnell zugänglich sind. Die (vom Verband der Automatenindustrie VDAI geschätzte) Zahl der Nutzer der Geldspielgeräte liegt bei etwa fünf Millionen pro Jahr.

Auf der anderen Seite steht ein unregulierter Markt, der derzeit in einer rechtlich „grauen“ Lage operiert. Hier bilden stationäre Wettshops das größte Marktsegment, gefolgt vom Online-Wettgeschäft. Den verbleibenden unregulierten Markt teilen sich Online-Poker- und Online-Casino-Angebote. Laut Studie „Glücksspielmarkt Deutschland 2017“ des Beratungsunternehmens Goldmedia (http://www.goldmedia.com) erreichte 2012 der deutsche Sportwettenmarkt 6,8 Mrd. Euro Umsatz. Der Großteil entfiel mit 3,7 Mrd. Euro auf den Online-Markt; Wettshops erzielten 2,9 Mrd. Euro. Da keine Konzessionen an private Anbieter vergeben wurden, gab es nur unregulierte Angebote. Die staatlichen Formate (Oddset, Fußballtoto) und die regulierte Pferdewette erzielten 245 Mio. Euro.

1 Stand Februar 2015. Wirtschaftsentwicklung Unterhaltungsautomaten 2014 und Ausblick 2015. Gutachten im Auftrag der Deutschen Automatenwirtschaft, ifo Institut, Universität München.