Online Gambling

Schon 2008 ging die Europäische Kommission beim „Online-Glücksspiel im Binnenmarkt“ von 14.824 Glücksspiel-Sites in Europa aus, 85 Prozent ohne Zulassung. Die website gamingpublic.com geht von jährlichen Umsatzsteigerungen mit Internet-Glücksspielen von 22 Prozent aus. 2015 erwarten die Analysten von Merill Lynch einen Jahresumsatz von bis zu 528 Milliarden US-Dollar.

Die digitale Transformation erfasst Aktionsfelder, die von jüngeren Nutzern und damit künftigen Spielern favorisiert werden. So demonstriert der britischen Software-Anbieter Zynga, wie Facebook zur Plattform von Casino-Glücksspielen wird. Die Umsätze im mobilen Glücksspiel steigen. Die EU-Kommission resümiert: „Das Online-Glücksspiel ist die am raschesten zunehmende Dienstleistungstätigkeit – mit jährlichen Wachstumsraten von knapp 15 Prozent.

Online-Glücksspieldienste werden grenzüberschreitend angeboten, derzeit ohne ordnungsrechtliche und fiskalpolitische Kontrolle und Intervention durch Regulierungsbehörden in Deutschland. Da Auflagen nicht zu erfüllen sind, bieten „Offshore“ -Anbieter bessere – attraktivere – Gewinnquoten als deutsche, stationäre Spielbanken. Das Internet öffnet den „open access“, also den globalen Zugang zu Online-Casinos.

Auf der einen Seite steht der technologische Wandel, auf der anderen der demografische: Menschen zeigen offenbar stärkere Nähe zu Online-Plattformen, auch im Bereich Glücksspiel.

Das sind:

  • Jüngere, online-affine Nutzer,
  • Spieler, die den Wert des geschützten Spiels in Casinos nicht kennen,
  • Spieler, die das anonyme Spiel via Internet dem personalisierten Spiel im Casino vorziehen.

Gegenüberstellung der Bruttoerträge der Spielbanken und konkurrierender Angebote im Internet.

Spielbanken versus Online-Angebote
Bruttospielertrag

Quelle: VDAI; Archiv- und Informationsstelle der Lotto- und Totounternehmen; Goldmedia; ifo Institut für Wirtschaftsforschung

Eigene Berechnungen

Bei der Bewertung der verfügbaren Geschäftszahlen zeigt sich, dass die Spielbanken unter Druck geraten sind: Die Bruttoerträge der Spielbanken liegen 2005 bei 952 Mio. Euro, 2009 bei 618 Mio. 2012 bei 658 Millionen Euro. 2014 bei 508 Mio. Euro. Online-Casinos erreichen 2005 gerade einmal knapp 200 Mio. Euro, 2009 sind es bereits 551 Mio. und 2012 schon 658 Mio. Euro. Die Bruttoerträge der Spielbanken sanken, die der Online-Anbieter stiegen analog: 2009/2010 überstiegen die Bruttoerträge Online zum ersten Mal die der Spielbanken.